Fahrzeuge
Das ist unser Museumszug
Dampflokomotive Nr. 60 “Bieberlies”
Nr. 60, urspr. Nr.2 der Kleinbahn Gießen – Bieber
In den 1920er Jahren beschaffte die meterspurige Kleinbahn Gießen – Bieber insgesamt drei baugleiche Lokomotiven von der Firma Henschel & Sohn. Bei der Kleinbahn wurde die Lok zuerst als Nr. 2 und später aus unbekannten Gründen als Nr. 60 bezeichnet.
Nach der Einstellung der Bahn 1964 blieb sie als einzige Maschine erhalten. Von zwei jungen Männern wurde sie mit Unterstützung des Werkmeisters der Bahn äußerlich restauriert und als Denkmal vor einem Hotel in Wettenberg aufgestellt.
1985 konnten wir die Lok als Dauerleihgabe übernehmen und überführten sie von ihrem Denkmalsockel nach Hüinghausen. Schon bald wurde mit der Instandsetzung begonnen, doch zeigten sich große Schäden. Erst Ende der 1980er Jahre bot sich die Möglichkeit, bei zwei Siegerländer Firmen den Kessel instand zu setzen. Zusätzlich bestand nach der deutschen Wiedervereinigung die Möglichkeit der Bahnwerkstatt Klostermannsfeld (heute MaLoWa GmbH) als einen der ersten “Westaufträge” die Aufarbeitung des Fahrwerks, die Restaurierung der Aufbauten und den Zusammenbau zu erteilen. Am 27. Mai 1992 wurde die Lok feierlich auf den Namen “BIEBERLIES” getauft.
Bei technischen Problemen mit der Dampflok, besonderen Aktionen oder aus anderen Gründen kann es vorkommen, dass unsere Dieselloks “Nahmer” oder “Zukunft” den Zug ziehen.
Die Wagen
Personenwagen BTB 55
Nr. 55 der Birsigtalbahn, Basel – Rodersdorf
Die Birsigtalbahn Basel-Steinertor – Rodersdorf beschaffte in den Jahren 1926 und 1932 von der “Schweizerischen Waggons- und Aufzügefabrik Schlieren”, Zürich, in zwei Serien insgesamt sechs Beiwagen für den elektrifizierten Verkehr. Durch die Einführung eines Gemeinschaftsbetriebs mit der Baseler Straßenbahn wurden die Wagen wegen ihres zu großen Umrißprofils entbehrlich. 1987 konnten wir Wagen Nummer 51 und 55 übernehmen. Nach entsprechenden Umbauten konnten wir den Wagen Nr. 55 wieder zum Einsatz bringen. Dieser Wagen ist seitdem fester Bestandteil unseres Museumszuges.
Personenwagen C4i Nr. 19
KC4i Mst 19 der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft, Schiffsdienst und Inselbahn Wangerooge
1936 wurde dieser Wagen von der Vereinigten Westdeutschen Waggonfabriken AG (Werk Gastell Mainz), zusammen mit zwei bauartgleichen Fahrzeugen, an die damals zur Direktion Münster (Mst) gehörende Inselbahn Wangerooge geliefert. Die Wagen entsprachen konstruktiv bis auf die Drehgestelle den damals gebauten regelspurigen Reisezugwagen in selbstragender Ganzstahlbauweise (heute bekannt als “Donnerbüchsen”). In den 1960er Jahren wurde der Innenraum nach dem Muster der Umbauwagen modernisiert. Ende 1981 wurde der Wagen ausgemustert. Eine Elternpflegschaft in Carolinensiel erwarb das Fahrzeug, um es als Spielobjekt aufzustellen. Aufgrund schlechter Erfahrungen der Schule mit Vandalismusschäden konnten wir den Waggon am 23.12.1983 in Carolinensiel abholen. 1992/93 wurde der Wagen im Rahmen einer AB-Maßnahme bei der Bahnwerkstatt Klostermannsfeld (heute MaLoWa GmbH) einer grundlegenden Restaurierung unterzogen und weitgehend in den Auslieferungszustand des Jahres 1936 zurückversetzt.
Personenwagen C2 Nr. 26
Nr. Re 26 der Deutschen Reichsbahn-Ges., Walhallabahn Regensburg – Wörth/Donau
1909 und 1911/12 beschaffte die Localbahn-Actiengesellschaft (LAG) in München in zwei Serien insgesamt sieben kleine zweiachsige Personenwagen für ihre meterspurige Nebenbahn Regensburg – Donaustauf – Wörth/Donau, bekannt als Walhallabahn. Nach der Verstaatlichung der LAG im Jahr 1938 kam die Bahn zum Direktionsbezirk Regensburg der DRG. Wir konnten 1990 zwei völlig desolate Wagenkästen übernehmen. Ein Mitglied führte die Aufarbeitung des Wagens Re 26 nahezu alleine durch. Die Restaurierungsarbeiten entsprachen fast einem kompletten Neubau. Das fehlende Fahrwerk wurde durch die Verwendung des Fahrwerks des “OEG Flachwagens 701″ ersetzt, das in seiner Bauart der alten Ausführung entsprach. 2003 konnte der Wagen nach einer ersten Präsentation auf der Touristik Messe Essen in Betrieb gehen.
Sommerwagen Nr. 727
ex. offener Güterwagen O 727 der Oberrheinischen Eisenbahn Gesellschaft
Die Süddeutsche Eisenbahn Gesellschaft beschaffte 1889 bei der Kölner Firma Herbrand & Cie 14 teils ungebremste offene Güterwagen. Bei einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme in Werdohl-Kleinhammer wurde die Aufarbeitung unseres Wagens 727 begonnen. Leider wurde diese AB-Maßnahme frühzeitig eingestellt, so dass nur das Fahrgestell aufgearbeitet werden konnte. Ein Mitglied nahm sich des Wagens an und restaurierte ihn zu Ende. Zusätzlich baute er ihn zu einem “Sommerwagen” um. Er installierte eine Bestuhlung, Einstiegshilfen und andere Sicherungsmaßnahmen, damit dieser Waggon als Personenwagen in Betrieb gehen konnte.
Mitte 2004 konnten die ersten Besucher in den Genuss einer Cabriofahrt kommen. An sonnigen Tagen wird er im Museumszug mitgeführt und ist dann der beliebteste Wagen.
Nr.124 Kar der Deutschen Bundesbahn, Nebenbahn Mosbach-Mudau
1964/65 beschaffte die Deutsche Bundesbahn im Zuge ihrer Modernisierungsbemühungen eine komplette Reisezugwagengarnitur für die meterspurige Nebenbahn Mosbach – Mudau. Sie wurden im Ausbesserungswerk Neubingen unter Verwendung vieler Einzelteile aus dem Umbauprogramm für die Modernisierung regelspuriger Reisezugwagen gebaut. Nach der Einstellung der Mosbach-Mudauer-Bahn kam die komplette Zuggarnitur zur Inselbahn Wangerooge. 1993 wurden die Fahrzeuge durch neue des AW Wittenberge ersetzt. Wir konnten den Wagen 1993 direkt von der Inselbahn Wangerooge erwerben.




